Ursachen, Vorbeugung und Erste Hilfe bei Herzinfarkt und Herzstillstand standen im Fokus des „Aktionstages Herz“, der im Stadtlohner Otgerus-Haus junge und alte Interessenten in seinen Bann zog. Gleich mehrere Mediziner vom Stadtlohner Krankenhaus Maria-Hilf zeigten anlässlich der bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung die komplette Bandbreite zum Thema „Bedrohliche Rhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ Die Besucher durften Vorträgen lauschen, aber auch selbst Hand anlegen und zum Beispiel ein Herz-Lungen-Wiederbelebungstraining durchführen.

Prüfen, Rufen, Drücken, Schocken – das sind die grundlegenden Schritte der Laien-Reanimation, wenn es ernst wird und ein Herzinfarkt-Patient wiederbelebt werden muss. Dass dies gar nicht so schwer umzusetzen ist, konnten sowohl Sport- und Ersthelfer einiger weiterführenden Schulen aus Stadtlohn als auch andere Interessierte beim „Aktionstag Herz“ erleben. Der Vormittag stand ganz im Zeichen des Nachwuchses, wo Schüler der Herta-Lebenstein-Realschule, der Losbergschule, der St.-Anna-Realschule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Theorie und Praxis gefordert waren.

„Aktuell führen in Deutschland nur etwa 40% der potenziellen Ersthelfer lebensrettende Wiederbelebungsmaßnahmen durch, das sind immer noch viel zu wenig“, macht Dr. Alessandro Cuneo deutlich. Das ist nur einer der vielen Gründen, warum der Chefarzt den Schülern und anderen interessierten Laien die wichtigsten Maßnahmen zur Wiederbelebung praxisnah erklärte. Nach einem kurzen Einführungsvortrag von Dr. Cuneo über den „plötzlichen Herztod“ übten die rund 60 Schüler eine effektive Herz-Lungen-Wiederbelebung und lernten wie einfach ein automatisierter externer Defibrillator (AED) – besser bekannt als „Defi“ – bedient wird. Außerdem erklärten Rettungsassistenten ihre Einsatzaufgaben und den Aufbau eines Rettungswagens, der vor dem Otergus-Haus stand.

Am Nachmittag war der „Aktionstag Herz“ für jedermann zugänglich. Die praktischen Übungen vom Vormittag standen ebenso auf dem Programm wie verschiedene Vorträge. Neben dem Chefarzt der kardiologischen Abteilung Dr. Alessandro Cuneo referierten Dr. Lars Hackmann, leitender Oberarzt der Kardiologie, Dr. Sergiu Hicea, Oberarzt der Kardiologie, Dr. Antje Wagner, Oberärztin der Diabetologie und Gerd Niehaus als Oberarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin aus dem Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn über verschiedenen Themen wie Herz, lebensrettende Maßnahmen und Präventivmaßnahmen.

 In den Vorträgen wurde deutlich, dass die beste Vorbeugung gegen einen plötzlichen Herztod regelmäßige Untersuchungen des Herzens sind, um so mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hierbei wurde auch besonders auf Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen hingewiesen. Ein plötzlicher Herztod lässt sich somit in zahlreichen Fällen durch eine rechtzeitige Abklärung und Diagnose verhindern.