David, Justus, Theo und Luca aus der Klasse 6c haben sich im Religionsunterricht mit dem Verein „Tischlein deck dich“ in Stadtlohn beschäftigt und ihrer Klasse die Stadtlohner Einrichtung, die von der evangelischen Kirchengemeinde, der katholischen St. Otger-Gemeinde und dem Ortsverein des DRK (Deutsches Rotes Kreuz)  getragen wird, in einem Referat vorgestellt. Schnell war die Hilfebereitschaft der 26 Schülerinnen und Schüler geweckt: als sie hörten, dass viele Stadtlohner Familien und Einzelpersonen auf die Lebensmittelspenden von Tischlein-deck-dich angewiesen sind, wollten sie auch zur Unterstützung beitragen. Im Nu waren Lebensmittel in den Familien der Schülerinnen und Schüler gesammelt und Geschenkpäckchen vorbereitet.

Nun möchte die Fachschaft Religion die Idee der Klasse aufgreifen und den Verein ebenfalls unterstützen und bittet daher alle Mitglieder der Schulgemeinde und ihre Familien um Spenden.

Theo, Justus, David und Luca stellen den Verein und seine Vorsitzende Juliane Rehkamp vor.

Frau Rehkamp, seit wann gibt es „Tischlein-deck-dich“?
„Tischlein deck dich“ in Stadtlohn besteht seit dem Jahr 2009. Vorher mussten Menschen, die auf Lebensmittelspenden angewiesen waren, nach Gescher zur Tafel fahren. Als wir Ehrenamtlichen merkten, dass es eine große Anzahl von Menschen in Stadtlohn gibt, die die Hilfe der Tafel in Anspruch nahmen, haben wir den Verein in Stadtlohn gegründet, damit die Menschen sich nicht extra auf den Weg nach Gescher machen müssen.
Seit wann arbeiten Sie ehrenamtlich für den Verein?
Ich bin seit 30 Jahren beim DRK aktiv und wurde eines Tages gefragt, ob ich die Tafel in Gescher unterstützen könnte. Das war etwas Neues für mich. Ich habe zugesagt und dann gemerkt, wie viele bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger es hier in Stadtlohn und Umgebung gibt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Durch mein ehrenamtliches Engagement merke ich, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind.
Wie viele Menschen kommen zu Tischlein-deck-dich?
Im Schnitt gibt es 35 bis 40 Familien und eine Anzahl von Einzelpersonen, die zu uns in die Einrichtung kommen und sich Lebensmittelspenden abholen. In Stadtlohn sind es ungefähr 120 Menschen, die regelmäßig in die Töpferstraße kommen.
Seit dem Beginn der Corona- Pandemie hat sich die Anzahl derer, die kommen, etwas verringert. Viele Menschen haben Angst, sich anzustecken. Zurzeit des Lockdowns im Frühjahr durften wir die Einrichtung nicht öffnen. Da haben wir mit vielen Menschen einen Einzeltermin vereinbart und ihnen die Lebensmittel nach Hause geliefert.
Welche Menschen kommen zu Ihnen?
Es sind ganz unterschiedliche Gruppen von Menschen. Manchmal handelt es sich um ältere Frauen, die früh ihren Ehemann verloren haben und die nur eine ganz geringe Rente bekommen, von der sie nicht leben können.
Manche Menschen haben aufgrund von Krankheit ihre Arbeit verloren und befinden sich daher in einer finanziellen Notlage. Dann gibt es auch Geflüchtete aus verschiedenen Ländern. Unter der Armut leiden ganze Familien, besonders auch die Kinder.
Wer unterstützt „Tischlein deck dich“?
Es gibt viele Stadtlohner Lebensmittelläden oder Bäckereien, die uns frische Lebensmittel zur Verfügung stellen. Wir sind auf Spenden dringend angewiesen. Ganz besonders hervorheben möchte ich den Einsatz unserer ca. 30 bis 35 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die gespendete Lebensmittel sortieren, einräumen und auch in der Ausgabe arbeiten. Ohne diese Menschen würde „Tischlein deck dich“ nicht funktionieren.
Wie können wir Sie unterstützen?
Wir benötigen vor allem haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Obst- und Gemüsekonserven, Kaffee, Kakao, Öl, Mehl und Ähnliches. Es wäre auch schön, Spenden von Schokolade oder anderen Süßigkeiten zu erhalten. In diesem Jahr sind wir in besonderer Weise auf Spenden von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. Normalerweise führen wir zwei Mal im Jahr eine große Sammelaktion auf den Parkplätzen der Stadtlohner Supermärkte durch. Dort bitten ehrenamtliche Helfer Kunden, die ihren Wochenendeinkauf tätigen, darum, etwas mehr Lebensmittel einzukaufen, als sie benötigen und diese dann zu spenden. In diesem Jahr konnten wir diese Aktion aufgrund der Corona- Pandemie nicht veranstalten; unsere Regale sind leer und wir brauchen dringend Lebensmittelspenden.  Es können auch Hygieneartikel wie Duschgel oder Shampoo gespendet werden.

Juliane Rehkamp vor dem leeren Lebensmittelregal in der Töpferstraße.

Justus Könning, David Winking, Theo Hüning und Luca Dücker, Klasse 6c und Cathrin Vorst

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c und die Fachschaft Religion bitten alle Schülerinnen und Schüler und ihre Familien sowie alle Kolleginnen und Kollegen, den Spendenaufruf mit großzügigen Gaben zu unterstützen, die an den Verein Tischlein deck dich weitergeleitet werden. Die Sachspenden können bei den Religionslehrern und -lehrerinnen abgegeben werden. Sie werden zentral gesammelt  im Foyer des E-Gebäudes in einem Einkaufswagen neben dem Eingang gesammelt und anschließend dem Verein übergeben.
Ansprechpartnerin für das Projekt ist Cathrin Vorst.