Die Juniorakademien stellen ein Angebot des Landes NRW dar, die besonders begabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, speziell gefördert zu werden.
Weiterführende Schulen in NRW dürfen in jedem Jahr je eine Schülerin und einen Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 nominieren. Diese müssen, nachdem sie eine besondere Empfehlung von ihren Lehrerinnen und Lehrern erhalten haben, ihr Interesse an der Juniorakademie in einem Motivationsschreiben begründen.
Das Angebot des Landes NRW umfasst verschiedene Kurse (z.B. Forensik, Informatik, Astrophysik, Molekulare Biomedizin, Mathematik, Psychologie, Nanotechnologie und andere Veranstaltungen in englischer Sprache). Im Jahr 2019 wurden vom GSG Stadtlohn Mona Janke und Paul te Vrugt nominiert, die beide einen Platz in der Ferienakademie erhielten. Ihre Berichte dokumentieren ihre Freude und ihre Begeisterung, mit der sie an den Veranstaltungen „Astrophysik“ (Paul te Vrugt) und „Forensik“ (Mona Janke) teilgenommen haben.

Juniorakademie NRW 2019 Königswinter

Wie in jedem Jahr fand auch in diesen Sommerferien wieder die Juniorakademie NRW an den Standorten Jülich, Königswinter, Ostbevern und Soest statt. An den einzelnen Akademiestandorten haben Schüler der achten und neunten Klasse die Chance, sich zehn Tage lang mit interdisziplinären Bereichen der Naturwissenschaften zu beschäftigen. Ich hatte das Glück, den Kurs „Astrophysik und Astronomie“ an der Akademie in Königswinter besuchen zu dürfen.

Viele würden wahrscheinlich bei dem Gedanken daran, freiwillig zehn Tage „Physikunterricht“ in den Sommerferien zu haben, nicht von Glück reden, allerdings muss ich sagen, dass die Zeit in Königswinter wie im Flug verging und ich diese wunderschönen Tage niemals vergessen werde.

Mit 54 Schülerrinnen und Schülern auf drei Kurse (Astrophysik und Astronomie, Forensik, Molekulare Biomedizin) aufgeteilt, war die Kursgröße sehr überschaubar und durch die sehr lockeren „Lehrer“ haben die täglich sechs Stunden Astrophysik keineswegs an die Schule erinnert. Wenn man eine Frage hatte, durfte man diese jederzeit hereinrufen,  und sitzen durfte man eigentlich auch wo und wie man wollte. Obwohl es nicht verboten war, gab es auch während des Kurses so gut wie keine nicht themenspezifischen Gespräche, da die Themen, z.B. „Unser Sonnensystem“, „Galaxien und Sternentstehung,“ bis zur hin Relativitätstheorie und dem Urknall, immer sehr spannend waren.

Natürlich gab es auch sehr viel Abwechslung zwischen und nach den Kursen. Es gab morgens, mittags und abends Sportangebote. Außerdem gab es einen Chor und ein Orchester. Allerdings waren wohl das mit Abstand interessanteste Angebot die KüAs (Kursübergreifende Aktivitäten). Jeden Abend durfte man einen eigenen Kurs anbieten oder den eines Schülers belegen. Dabei wurde alles Mögliche angeboten. Von einem einfachen Spieleabend bis zu Sprach- oder Tanzkursen hat nichts gefehlt und man konnte jeden Tag einmal etwas Neues ausprobieren. Durch das ganze Programm blieb oft nicht mehr als eine Stunde Freizeit am Tag. Dies hat jedoch niemanden gestört, da die Angebote so vielseitig und offen waren, dass man am liebsten auch noch die letzte verbleibende Stunde mit Programm füllen wollte.

Abschließen muss ich sagen, dass die Juniorakademie nicht wie zehn Tage Schule in den Sommerferien, sondern eher wie ein Ferienlager ist, in dem man jeden Tag neue und spannende Dinge lernt und Menschen mit gleichen Interessen und Hobbys trifft. Ich habe dort viele neue und gute Freundschaften geknüpft und der Abschied am letzten Tag war für alle sehr schwer. Im Nachhinein wäre jeder am liebsten weitere zehn Tage geblieben und ich kann mir nichts Schöneres für die Sommerferien vorstellen, als die Zeit in bei der Juniorakademie in Königswinter verbracht zu haben.

Paul te Vrugt, EF

Bericht Juniorakademie Jülich 2019

Wie sehr können 10 Tage in einer Juniorakademie einen Menschen verändern? Meine Antwort lautet: Eine Menge!!! Ich (Mona Janke) habe mich für den Fachbereich Forensik in Jülich beworben. Ein weit erforschter Bereich mit vielen Richtungen, die man behandeln kann.

Als ich dort mit meiner Familie ankam, wurde mir meine größte Sorge schnell abgenommen: Die Menschen, die dort ankamen, sahen nicht aus wie “Streber”. Gleich am ersten Abend saßen wir zu sechst auf einem Zimmer und haben uns voneinander erzählt. Generell kann man sagen, dass dort ausschließlich sehr nette und interessante Menschen teilgenommen haben. Unser Tagesablauf war zwar sehr durch getaktet, was aber kein Problem darstellte.

Um 7 Uhr morgens fing der Tag für einige von von uns mit Frühsport in Form von Schwimmen, Fußball oder Joggen an. Danach gab es ein gemeinsames Frühstück. Anschließend begann die erste Kursschiene, die von 8.30 Uhr bis um 12.00 Uhr dauerte. Nach einem warmen Essen gab es 3 verschiedene Angebote: Orchester, Sport und Chor.

Am Nachmittag gab es dann eine zweite Kursschiene.

Abends gab es sogenannte KüAs (Kursübergreifende Aktivitäten), eine Art AG, die wir als Teilnehmer selbst anbieten durften. So gab es diverse Sportarten, Spiele oder auch ein künstlerisches Angebot wie Origami.

Es heißt Akademie. Und es stimmt, 6-7 Stunden pro Tag sind sehr anspruchsvoll. Das mag sich nach viel Programm anhören; die Zeit verging aber wie im Flug.

Meiner Meinung nach lag dies an der lockeren Lernatmosphäre und daran, dass die Kurse aus nur 16 Teilnehmern und 2 Dozenten bestanden.

Im Fachbereich Forensik haben wir sowohl theoretisch als auch praktisch gearbeitet. Unser Stundenplan bestand aus Blutgruppenanalysen, morpho-logischen Blutspuren, DNS, Fingerabdrücken, Toxikologie, Ballistik, Isotopen, Brandermittlung, dem Locard’s Prinzip, Analyse & Rekonstruktion eines Tatorts, dem allgemeinen Ablauf und Sonderfällen der Verwesung, Ersticken, Ertrinken & Profilern.

Im praktischen Bereich haben wir zum Beispiel eine Fingerabdruckkartei er-stellt, unsere DNS isoliert, Blutgruppen analysiert und anhand von Blutspuren herausgefunden, wie groß der Täter war und wie schnell er gelaufen ist.

Außerdem gab es unser Ratten-Langzeitexperiment: Dabei standen uns zehn tote Ratten zur Verfügung, die wir auf verschiedene Weisen verwesen lassen haben.

Zwei Mal täglich sind wir mit sterilen Handschuhen & Protokollen bewaffnet zu dem Platz gegangen, an dem sie lagen und haben nachgeschaut, was passiert ist. So konnten wir den Ablauf der Verwesung besser verstehen.

Des Weiteren ging unsere Exkursion ins Forschungszentrum Jülich. Dort haben wir unter anderem einen Einblick in die Neurologie erhalten. Mein absolutes Highlight war die Untersuchung eines echten menschlichen Gehirns.

Mittlerweile ist die Zeit in der Akademie leider vorbei, ich gehöre nun zum Club der Ehemaligen.

„Soll ich wirklich fast ein Drittel meiner Ferien opfern?“, „Sind da nicht nur Streber?“,  „Was, wenn ich den Kurs nicht schaffe?“, „Ist es Die Zeit wirklich wert?“

Das sind die Fragen, die sich jeder von uns gestellt hat.

Und als jemand, der an einer Akademie teilgenommen hat, kann ich guten Gewissens sagen: Eine unglaubliche Gemeinschaft, viele lustige Momente, Freunde fürs Leben & tolle neue Erfahrungen sind meine Kurzfassung der Juniorakademie. Die Zeit, die ohne Zweifel, zu der besten meines Lebens gehört. Ich kann jedem, der die Chance bekommt sich dort zu bewerben, nur wärmstens empfehlen, es zu tun.

Mona Janke, Klasse 9a